Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle eröffnet DLR-Erdbeobachtungszentrum EOC
Am 20. Juli 2010 hat Bundeswirtschafts-minister Rainer Brüderle das Erdbeobachtungs-zentrum (EOC) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen eröffnet.
In dem neuen Gebäudekomplex wird das DLR-Institutscluster Angewandte Fernerkundung als zentrale Einrichtung für Erdbeobachtung in Deutschland operieren. Aufgabe des Erdbeobachtungszentrums ist die Erstellung, Verarbeitung und Distribution von Satellitendaten – etwa zur Beobachtung von Klimaveränderungen und Umweltbelastungen oder zur Unterstützung bei Naturkatastrophen.
Neben Bundeswirtschaftsminister Brüderle nahmen der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technolgie, Martin Zeil, der DLR-Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Johann-Dietrich Wörner sowie weitere Gäste, darunter der Generaldirektor der Europäischen Weltraumagentur ESA, Jean-Jacques Dordain, an der Eröffnung des EOC teil. Minister Brüderle enthüllte die Gebäudeinschrift und betonte: “Für Deutschland sind Innovation und technischer Fortschritt lebensnotwendig. Hier in Oberpfaffenhofen wird für unsere Zukunft geforscht. Die Erdbeobachtung durch Satelliten ist eine Schlüsseltechnologie nicht nur für staatliche Entscheidungsträger und Wirtschaft, sondern Daseinsvorsorge für uns alle. Die Erdbeobachtung ist zusammen mit anderen Bereichen angewandter Raumfahrt wie Navigation, Telekommunikation und Robotik Kernelement der deutschen Raumfahrtpolitik. Für all dies steht das bayerische Oberpfaffenhofen.”
Satellitengestützte Erdbeobachtung
“Das DLR hat sich für Deutschland frühzeitig mit der Thematik befasst und verfügt daher bereits über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der satellitengestützten Erdbeobachtung”, erläuterte Prof. Wörner. “Mit dem EOC schafft das DLR eine effziente Einrichtung, um Daten aktuell und auf höchstem Niveau bereitzustellen. Die daraus gewonnenen Informationen bilden die Grundlage für planerische Aufgaben – von der Stadtentwicklung auf kommunaler Ebene bis hin zu Fragen des globalen Klimawandels auf internationaler Entscheidungsebene”, sagte der DLR-Vorstandsvorsitzende weiter.
Zugleich verzeichnet die Industrie einen steigenden Bedarf an Geoinformationen: Telekommunikation, Touristik oder Versicherungen gehören zu den Branchen, die bereits auf hochwertige und speziell weiterentwickelte Informationsprodukte angewiesen sind. Auch Dienste wie Google Earth nutzen letztlich Satellitendaten und Informationen, die über die Empfangsantennen und die Systeme des DLR-Clusters gelaufen sind. Im neuen EOC versammelt das DLR seine Kompetenzen nun unter einem gemeinsamen Dach. Das Aufgabenportfolio, das in diesem Zentrum abgedeckt wird, ist in Europa einmalig. Read more…
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“Spitzen”-Technologie aus Deutschland: Scharfkantiges DLR-Raumfahrzeug vorgestellt
Mit SHEFEX II geht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bei der Entwicklung eines künftigen Raumfahrzeuges neue Wege: Scharfe Ecken und Kanten sollen den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre billiger, sicherer und flexibler machen. Nach dreijähriger Entwicklungszeit ist am Freitag die kantige Nutzlastspitze im DLR Stuttgart der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Das zwei Meter lange Raumfahrzeug wird demnächst zum DLR Oberpfaffenhofen transportiert. Dort wird es umfangreichen Tests unterzogen und auf die Spitze einer zweistufigen Höhenrakete montiert. Diese soll Anfang 2011 vom australischen Testgelände Woomera starten. Der zweite Flug im Rahmen des SHEFEX-Programms des DLR dient der weiteren Erprobung des scharfkantigen Designs mit neuartigem Hitzeschutz und innovativer Steuerung. SHEFEX steht für Sharp Edge Flight Experiment, zu deutsch etwa “scharfkantiger Flugversuch”. Bisherige Raumfahrzeuge besitzen eine abgerundete Außenhaut.
Fliegender Windkanal
Zahlreiche Sensoren sollen im Flug die aerodynamischen Effekte und das Verhalten des Raumflugkörpers beim Wiedereintitt in die Atmosphäre messen. Wie ein fliegender Windkanal soll SHEFEX II so Erkenntnisse für die weitere Entwicklung liefern.
Kern der “Spitzen”-Technologie sind 160 Sensoren, die von der DLR-Abteilung Hyperschalltechnologie in Köln eingebaut wurden. Sie sollen während des Fluges Druck, Wärmefluss und Temperatur in der Nutzlastspitze messen. Die Erkenntnisse über die Vorgänge an der Außenhaut des Flugkörpers bei erwarteten Temperaturen von mehr als 2000 Grad Celsius zählen zu den wertvollsten Ergebnissen eines solchen Flugversuchs.
Neben der Instrumentierung des DLR wurde auch ein Spektrometer des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart in SHEFEX II aufgenommen.
Mit SHEFEX II werden neun verschiedene Hitzeschutzsysteme getestet. Dies sind größtenteils Entwicklungen aus sogenannter Faserkeramik des DLR in Stuttgart und Köln, aber auch Experimente der deutschen Raumfahrtindustrie (EADS Astrium und MT-Aerospace) und internationaler Partner (Boeing) fanden in der facettierten Außenhaut Platz. Read more…
Auf den Spuren der Windmacher: 30.000 Schüler haben im ersten DLR-Schülerlabor in Göttingen experimentiert

Auf den Spuren der Windmacher: Schüler im stillgelegten 3-Meter-Windkanal Göttingen. Bild: DLR.
“Raus aus der Schule, rein ins Labor” – seit zehn Jahren ist dies das Motto eines der ersten und erfolgreichsten Schülerlabore Deutschlands: des DLR_School_Lab Göttingen.
Über 30.000 Schülerinnen und Schüler haben im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen an Themen aus Luft- und Raumfahrt, Energie und Verkehr experimentiert. In allen nach dem Göttinger Vorbild entstandenen DLR_School_Labs wurden sogar rund 100.000 Kinder und Jugendliche mit der “Faszination Forschung” bekannt gemacht.
“Die DLR_School_Labs leisten einen wichtigen Beitrag zur Begeisterung junger Menschen für Naturwissenschaften und Technik”, sagte Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, bei der Feier des zehnjährigen Bestehens des DLR_School_Lab Göttingen. Darum unterstützt das Niedersächsische Kultusministerium das DLR_School_Lab in Göttingen mit der Abordnung von Lehrern, die gemeinsam mit den DLR-Wissenschaftlern die Schüler betreuen. “Ganz offensichtlich haben wir mit den DLR_School_Labs den Bedarf der Schulen getroffen: theoretischen naturwissenschaftlichen Unterricht auf spannende Weise in die Praxis umzusetzen”, so Wörner weiter.

Aerodynamik zum Anfassen: Dr. Oliver Boguhn, Leiter des DLR_School_Labs Göttingen, erklärt Schülern den modularen Windkanal. Bild: DLR.
Was das bedeutet, erklärt Dr. Oliver Boguhn, Leiter des DLR_School_Lab Göttingen: “Wir machen hier Experimente, an denen nebenan auch die DLR-Forscher arbeiten, nur eben in größerem Maßstab. Zum Beispiel bauen die Schüler vormittags einen kleinen Modell-Windkanal. Wenn sie dann am Nachmittag einen großen Forschungs-Windkanal besichtigen, erkennen sie die Grundlagen wieder.”
Ganz verschiedene Experimente können im DLR_School_Lab durchgeführt werden. Neben dem Windkanal und einem Hubschraubermodell gibt es einen Rundlauf mit einem Flugzeugmodell, einen Mini-Fallturm, in dem für den Bruchteil einer Sekunde Schwerelosigkeit herrscht, und einen Schreikasten, in dem die Gymnasiasten testen, wie laut ihre Stimme bei vollem Einsatz sein kann. Das DLR_School_Lab organisiert nicht nur Experimentiertage mit Schulklassen. In Göttingen gibt es auch eine Modellbaugruppe, Projekte mit den Göttinger Schulen und alljährlich einen Wettkampf der Roboter-Arbeitsgemeinschaften.
Die Idee, ein DLR-Schülerlabor ins Leben zu rufen, stammt von Prof. Gerd Meier, ehemaliger Direktor des DLR-Instituts für Strömungsmechanik in Göttingen. Anfang des Jahres 2000 wurde dort ein Funklabor für Schüler eingerichtet. Später ist das Labor für die EXPO 2000 zu einem großen Schülerlabor ausgebaut worden.

Lärmforschung im Selbstexperiment: Am Schreikasten können Schüler die Lautstärke ihrer eigenen Stimme ermitteln. Bild: DLR.
Heute kommen jedes Jahr mehr als 4.000 Jugendliche aus ganz Deutschland nach Göttingen, um hier etwas über die Grundlagen der Aerodynamik zu erfahren. Das Altersspektrum reicht von der vierten bis zur 13. Klasse. “Aber wir hatten auch schon eine Kindergartengruppe hier”, sagt der DLR_School_Lab-Leiter. Das Programm wird dem Alter der Besucher angepasst. “Mit den Jüngeren basteln wir mehr, zum Beispiel Styropor-Flieger oder Raketen, die mit Druckluft fliegen”, erzählt Boguhn. “Je kleiner die Kinder sind, desto mehr leuchten ihre Augen”, sagt der Wissenschaftler und lacht: “Manche fragen mir regelrecht Löcher in den Bauch.”
Vom Erfolg der DLR_School_Lab für die DLR-Nachwuchsgewinnung ist Oliver Boguhn überzeugt: “Wir wissen aus einer Untersuchung, dass wir bereits mit einem einmaligen Besuch viele Schüler in der Wahl ihres Leistungs- oder Prüfungskurses beeinflussen.” Inzwischen gibt es einige DLR-Mitarbeiter, die vor Jahren erstmals bei einem Schulbesuch mit der Luft- und Raumfahrt in Berührung gekommen sind.
Zurzeit gibt es acht DLR_School_Lab: Berlin, Braunschweig, Göttingen, Köln, Lampoldshausen und Oberpfaffenhofen sowie je ein DLR_School_Lab an der TU Dortmund und an der TU Hamburg-Harburg. In Neustrelitz existiert darüber hinaus ein so genanntes DLR_Project_Lab, das Schülerinnen und Schüler aus der Umgebung über längere Zeiträume – zum Beispiel über ein ganzes Schuljahr – in Form von regelmäßigen Arbeitsgemeinschaften
und Kursen betreut. Dieses Labor wird zum DLR_School_Lab Neustrelitz gehören, das 2011 eröffnet werden soll. Auch in Bremen ist ein DLR_School_Lab geplant. Gegenwärtig lernen jährlich mehr als 16.000 Schülerinnen und Schüler in den DLR_School_Lab die DLR-Forschungsthemen kennen – Tendenz: steigend. Hinzu kommen zahlreiche Lehrer-Workshops und viele andere Veranstaltungen. Zu erwähnen sind hier neben dem alljährlichen Girls’Day auch die Informationsbesuche, die das DLR unter dem Titel DLR_Talent_School für besonders begabte Jugendliche anbietet.
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Weltraumteleskop CoRoT entdeckt sieben neue Planeten

Künstlerische Darstellung des CoRoT-Satelliten auf seiner Umlaufbahn. Quelle: CNES/D. Ducros
DLR-Planetenforscher maßgeblich an Mission beteiligt
Das Weltraumteleskop CoRoT (Convection Rotation and planetary Transits) hat bei Beobachtungen aus der Erdumlaufbahn sieben neue Entdeckungen gemacht: sechs extrasolare Planeten und einen “Braunen Zwerg”. Einer der Neuzugänge in der CoRoT-Familie ist der Exoplanet CoRoT-13b. Er wurde von Dr. Juan Cabrera vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Erstautor einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht.
CoRoT-13b fast so groß wie Jupiter
Bei CoRoT-13b handelt es sich um einen Planeten, der mit einem Radius von 90 Prozent des Jupiter fast so groß ist wie der größte Planet in unserem Sonnensystem. Er besitzt eine sehr hohe Dichte, die auf einen massiven Kern hinweist. Der DLR-Wissenschaftler Dr. Juan Cabrera erklärt die Entdeckung von CoRoT-13b so: “Die Dichte von CoRoT-13b ist sehr hoch für seine Masse: Mit 2,4 Gramm pro Kubikzentimeter ist seine Dichte damit fast doppelt so hoch wie die des Jupiter”. Der Planet kreist um einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Einhorn, etwa 4.300 Lichtjahre von uns entfernt. In dieser Region wurde auch der Gesteinsplanet CoRoT-7b gefunden, der 2009 Aufsehen erregte, weil er in Größe und Masse der Erde sehr ähnlich ist.
Auch die anderen neu entdeckten Planeten haben ihre Besonderheiten. CoRoT-10b ist zum Beispiel ein Gasplanet auf einer stark exzentrischen Bahn. Der Planet bewegt sich sowohl sehr weit entfernt als auch sehr nah um seinen Stern herum. Dadurch unterliegt er sehr starken Temperaturschwankungen, die während eines Umlaufs innerhalb von 13 Tagen möglicherweise zwischen 250 Grad und 600 Grad Celsius betragen. CoRoT-15b ist kein Planet, sondern ein sogenannter Brauner Zwerg, der zweite, den CoRoT entdeckt hat. Braune Zwerge füllen die Lücke zwischen Planeten und Sternen. Da sie viel seltener als Planeten sind, stellt auch dieser Fund eine kleine Sensation dar. Read more…
520 Tage auf einem simulierten Flug zum Mars

Außenansicht auf die Container im Moskauer Institut für Biomedizinilsche Probleme (IBMP). In diesen Containern findet die Mars500 Studie statt. Quelle: ESA
Mars500-Projekt soll Erkenntnisse für Langzeitflüge im All bringen
Am 3. Juni 2010 begann für sechs “Astronauten” eine virtuelle Reise zum Mars. 520 Tage erleben sie auf engstem Raum in einem fest verschlossenen Container im Moskauer Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP) Strapazen und Isolation eines Langzeitfluges. Damit startet der Hauptteil des Mars 500-Experimentes und das längste jemals durchgeführte Weltraum-Simulationsexperiment. Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und anderen deutschen Forschungseinrichtungen wie der Berliner Charité sowie Universitäten aus Erlangen, München, Mainz, Bonn und Köln sind wieder mit an “Bord”.
Die sechsköpfigte Crew begab sich mit Männern aus Russland, Europa und China auf eine simulierte 520-Tage-Reise zum Roten Planeten. Für den virtuellen Hinflug benötigen sie 250 Tage, 30 Tage sind für den “Aufenthalt” auf dem Mars eingeplant, danach tritt die Crew einen 240-tägigen Rückflug zur Erde an. Das Experiment findet, wie bereits die 105-Tage-Studie im Jahr 2009, in einer speziellen Versuchsanlage des IMBP in Moskau statt. Mit Ausnahme von Schwerelosigkeit und Strahlung werden die Bedingungen im All möglichst real simuliert. Die Crew erlebt Isolation, Verpflegung und Notfälle wie bei einer realen Langzeitmission. Während der 520 Tage sind rund 100 Versuche in den Bereichen Psychologie und Psychophysiologie, klinischer Diagnostik, Physiologie und Mikrobiologie geplant. Read more…
“First Light”: Erster Beobachtungsflug von SOFIA

Quelle: NASA/C. Thomas.
Das deutsch-amerikanische Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie (SOFIA) erreichte in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2010 mit dem “First Light” einen wichtigen Meilenstein.
Zum ersten Mal hat diese weltweit einzige fliegende Sternwarte, die gemeinsam von der amerikanischen Weltraumbehörde NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben wird, astronomische Infrarotobjekte im Flug beobachtet.
Die stark modifizierte Boeing 747SP, die mit einem unter DLR-Leitung in Deutschland gebauten 2,70-Meter-Spiegelteleskop ausgestattet ist, startete am 25. Mai 2010 um 21.45 Uhr Ortszeit von seiner Heimatbasis, der NASA Dryden Aircraft Operations Facility in Palmdale, Kalifornien. Während des achtstündigen Flugs in einer Höhe von bis zu elf Kilometern hat die 18-köpfige, aus Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern bestehende Besatzung die Leistungsfähigkeit des Teleskops ausgiebig getestet und erste Infrarotaufnahmen von Testobjekten am Nachthimmel gemacht.
Als krönenden Abschluss der Nacht hat die FORCAST-Kamera Aufnahmen von der Galaxie M82 und dem Planeten Jupiter bei verschiedenen Infrarotwellenlängen gemacht. Für erdgebundene Teleskope sowie für die gegenwärtig betriebenen Weltraumteleskope sind solche Daten absolut unzugänglich. Das “Dreifarbenbild” vom Jupiter zeigt die Hitze, die durch Lücken in seiner Wolkendecke entweicht, mit den Aufnahmen von M82 späht FORCAST in die interstellaren Staubwolken hinein und zeigt mehrere Knoten, in denen jeweils zehntausende von Sternen entstehen.
“SOFIA vereinigt die Effektivität von satellitengestützten Teleskopen mit der vergleichsweise leichten Wartung von erdgebundenen Sternwarten”, fasst Alois Himmes, SOFIA-Projektleiter des DLR, die Vorteile der fliegenden Infrarotsternwarte zusammen. “SOFIA ist vergleichbar einem Weltraumobservatorium, das jeden Morgen nach Hause kommt”, erklärt Himmes weiter. “Bei maximaler Beobachtungshöhe lässt SOFIA mehr als 99 Prozent des Wasserdampfs in der Erdatmosphäre unter sich und kann somit einen Großteil der kosmischen Infrarotstrahlung empfangen”, ergänzt Paul Hertz, Programmwissenschaftler der NASA.
Das Team, das die “First Light”-Beobachtungen durchgeführt hat, bestand aus einer internationalen Crew von NASA, der Universities Space Research Association (USRA) und dem Deutschen SOFIA-Institut (DSI). Mit an Bord waren insbesondere auch Terry Herter und seine Kollegen von der Cornell University in Ithaca, New York. Sie haben ihre hoch empfindliche Infrarotkamera FORCAST (Faint Object InfraRed-CAmera for the SOFIA Telescope) für diese erste Beobachtung im Flug betrieben. “Mit FORCAST an Bord von SOFIA können wir in wenigen Minuten beobachten, was vom Erdboden aus entweder ganz unmöglich ist oder nur mit vielen Stunden Belichtungszeit erreicht werden kann”, sagt Terry Herter.
Das Teleskop selbst ist allen Erwartungen mehr als gerecht geworden. “Die nur durch sehr aufwändige Regelungstechnik erreichbare Bildstabilität und Präzision der Teleskopausrichtung haben unsere Vorgaben voll erfüllt und sogar übertroffen. Eine außerordentliche Ingenieursleistung, insbesondere wenn man bedenkt, dass diese astronomischen Beobachtungen mit einem Großteleskop aus einem Flugzeug mit geöffneter Luke heraus bei 800 Kilometern pro Stunde (500 Meilen pro Stunde) erfolgten”, freut sich Thomas Keilig, als DSI-Chefingenieur für den Testbetrieb des SOFIA Teleskops verantwortlich.
“Ein erster Blick auf die ‘First Light’-Daten zeigt, dass die Aufnahmen in der Tat scharf genug sind, um damit Astronomie an der vordersten Forschungsfront betreiben zu können. Jetzt geht es endlich los”, bestätigt Alfred Krabbe, Direktor und wissenschaftlicher Leiter des DSI. USRA und DSI leiten den wissenschaftlichen Betrieb von SOFIA im Auftrag von NASA und DLR.
Für Bob Meyer, SOFIA-Programm-Manager der NASA, ist dieser erfolgreiche First-Light-Flug “der Lohn vieler Jahre harter Arbeit. Hunderte von motivierten und engagierten Menschen haben dazu beigetragen, diese fantastische Beobachtungsplattform der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen”.
“Für mich persönlich geht ein Traum in Erfüllung, auf den ich seit nahezu 25 Jahre warte”, strahlt Hans-Peter Röser, Direktor des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart, an dem das DSI angesiedelt ist und der seinerseits ab 1985 die deutsch-amerikanische Kooperation zu SOFIA mit in die Wege leitete. “Dies ist ein enormer Schritt in die Richtung spektroskopischer Beobachtungen des kalten Universums”, ergänzt DSI-Direktor Alfred Krabbe. “Wir warten nun mit Spannung auf die kommenden Beobachtungen mit dem deutschen Fern-Infrarot-Spektrometer GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) unter der Leitung von Rolf Güsten am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn.
Erick Young, SOFIA Science Mission Operations Director der USRA, prognostiziert: “SOFIAs First Light-Flug läutet eine neue Ära astronomischer Entdeckungen ein. Wir stehen am Anfang eines Zeitraums von 20 Jahren mit nie da gewesenen Infrarot-Beobachtungen, die unser Wissen über das Universum maßgeblich erweitern werden.”
Über SOFIA
SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR; Förderkennzeichen: 50OK0901) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
DLR-Falcon hat mit weiterem Messflug zur Beendigung der Luftraum-Sperrungen über Süddeutschland beigetragen
Am Sonntag, 9. Mai 2010, startete das Forschungsflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, die Falcon, von Oberpfaffenhofen zu einem Messflug im süddeutschen Luftraum.
Ziel des Fluges war, die Konzentration der Vulkanaschewolke zu messen, die am Sonntagnachmittag zur Sperrung der Flughäfen in Süddeutschland geführt hatte. Dank der Messungen konnte der Luftraum früher als geplant wieder freigegeben werden.
Seit Freitag, 7. Mai, zeichnete sich ab, dass die Vulkan-Aschewolke aus Island erneut in Richtung Mitteleuropa zieht. Bereits am Samstag, 8. Mai, begannen die Planungen für einen weiteren Messflug des DLR-Forschungsflugzeuges Falcon, und die Maschine wurde unmittelbar auf ihren Einsatz vorbereitet. Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung (BMVBS) und in Abstimmung mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) startete die Falcon am Sonntag, 9. Mai, 16.28 Uhr vom DLR-Standort Oberpfaffenhofen aus zu einem Messflug im süddeutschen Luftraum.
“Der zwei Stunden nach Auftragserteilung durchgeführte Messflug der Falcon des DLR hat mit dazu beigetragen, dass der Luftraum über Süddeutschland früher als geplant wieder freigegeben werden konnte”, freut sich Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR. Read more…
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Land NRW fördert Aufbau eines DLR-Instituts für Solarforschung mit 27 Millionen Euro
Institut mit Sitz in Köln und Jülich soll europäischer Vorreiter in der solarthermischen Kraftwerksforschung werden
Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Aufbau eines Instituts für Solarforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 27 Millionen Euro. Das DLR verabredet mit dem Land NRW derzeit einen Fahrplan zur Gründung des europaweit einzigartigen Spitzeninstituts. Die DLR-Einrichtung soll eng mit dem Solar-Institut Jülich der Fachhochschule Aachen zusammenarbeiten.
NRW-Innovationsminister Pinkwart sagte: “In solarthermischen Kraftwerken wird die Energie der Sonne gebündelt, um damit umweltfreundlich CO2-freien Strom zu gewinnen. Die Forscher im DLR-Institut für Solarforschung arbeiten daran, die Sonnenenergie im Mittelmeerraum in Zukunft für die Stromgewinnung bei uns zu nutzen. Die Technologie der solarthermischen Kraftwerke leistet einen wesentlichen Beitrag zu der DESERTEC Industrie-Initiative, zu der das DLR die grundlegenden Konzepte erarbeitet hat. Das Interesse an dieser Technologie ist weltweit enorm. Mit dem Forschungsinstitut kann sich Nordrhein-Westfalen wichtige Anteile an diesem boomenden Exportmarkt sichern.”
Das Institut für Solarforschung soll seinen Sitz in Köln haben, gleichzeitig will das DLR seine Aktivitäten in Jülich in der Nachbarschaft des Solarturms massiv ausbauen. Das DLR hatte bereits Planung, Bau und Inbetriebnahme des Solarturms Jülich wissenschaftlich begleitet und unterstützt. Die Gründung eines DLR-Instituts für Solarforschung stärkt zum einen das Cluster “EnergieForschung.NRW” und zum anderen die Energie-Forschung in der Region Aachen-Köln-Bonn mit Jülich im Zentrum. Hinzu kommen zwei Außenstellen des Instituts in Stuttgart und im spanischen Almeria. Read more…
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DLR-Forschungsflugzeug “Falcon 20E” zum Messflug gestartet
Welche Auswirkungen hat die Aschewolke in der Atmosphäre, die der isländische Vulkan Eyjafjallajökull über Europa gebracht hat? Dieser Frage wollen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf den Grund gehen.
An Bord des DLR-Forschungsflugzeugs “Dassault Falcon 20E” hat sich eine sechsköpfige Crew am Montag, 19. April 2010, um 16 Uhr auf einen dreistündigen Forschungsflug gemacht.
Die DLR-Wissenschaftler Dr. Bernadette Weinzierl, Dr. Oliver Reitebuch und Monika Scheibe sowie die DLR-Piloten Steffen Gemsa und Roland Welser und Bordmechaniker Alexander Wolf sind mit dem DLR-Forschungsflieger “Falcon 20 E” vom Forschungsflughafen des DLR in Oberpfaffenhofen zu einem Flug über Leipzig, Hamburg und die holländische Grenze entlang nach Süden bis nach Frankfurt und Stuttgart gestartet. “Wir wollen die Vulkanwolke nach Höhe, Ausdehnung und Zusammensetzung untersuchen und insbesondere die Größe und Konzentration der Vulkanasche in verschiedenen Flughöhen messen, die sich aus der Lava-Wolke des Vulkans Eyjafjallajökull gebildet haben”, fasst Prof. Dr. Ulrich Schumann, Direktor des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre, das Ziel des Messfluges zusammen.
“Ein derartiger Messflug ist alles andere als Routinearbeit”
“Wir haben am Wochenende die Messinstrumente für den ungewöhnlichen Forschungsflug vorbereitet”, berichtet DLR-Wissenschaftler Schumann. Das Bundesverkehrsministerium und der Deutsche Wetterdienst unterstützen den Einsatz und wollen weitere Messflüge beauftragen. Gemeinsam mit dem Volcanic Ash Advisory Center in London nutzt der Wetterdienst die Daten des DLR, um die Verteilung der Vulkanasche genau zu erfassen. Das Luftfahrtbundesamt hat das Forschungsflugzeug mit den Messgeräten am Montagmorgen zum Messflug freigegeben, die Deutsche Flugsicherung half bei der Planung und Durchführung des Messflugs. Read more…
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DLR-Wissenschaftler untersuchen gigantische Aschewolke nach Vulkanausbruch
Der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island hat bei seinen Ausbrüchen am 15. April und am 21. März 2010 große Mengen an Asche und Schwefeldioxid in die Atmosphäre geschleudert. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) werten aktuelle Satellitenaufnahmen aus und untersuchen die Auswirkungen der Eruptionen auf die Atmosphäre.
Vulkane als “globale Luftverschmutzer”
“Vulkane gehören zu den ‘globalen Luftverschmutzern’. Gase und Aschepartikel können häufig bis zu 15 Kilometer und mehr in die Atmosphäre katapultiert werden. Sie werden dann mit der großräumigen Strömung oft über viele tausend Kilometer transportiert”, berichten die Atmosphärenforscher Dr. Michael Bittner vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) und Dr. Hans Volkert vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen. Read more…






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