WAZ: Steffens macht Heimleiter für Missstände in Pflegeheimen verantwortlich
Essen (ots) – NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) macht für Missstände in Pflegeheimen vor allem deren Leiter verantwortlich. Im Gespräch mit den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Freitagausgabe) kündigte sie an, die Leiter schlecht geführter Häuser zur Fortbildung zu verpflichten. Steffens kritisiert “eine Riesenspanne von sehr guten bis hin zu katastrophal schlechten Einrichtungen” in NRW. Das sei zuallererst ein Führungsproblem. Es kämen “immer mehr reine Kaufleute ohne Empathie für die zu pflegenden Menschen und die Beschäftigten in Leitungspositionen.” Deshalb will sie ein “verpflichtendes Coaching für Führungskräfte einführen”, deren Häuser gravierende Mängel aufweisen.
Um die “dramatische Pflegemisere” zu bekämpfen, möchte Steffens zudem für mehr Ausbildungsplätze sorgen. Dafür lässt sie prüfen, ob alle Träger, insbesondere auch die ambulanten, wieder zu einer Ausbildungsumlage verpflichtet werden können. Vor allem ambulante Dienste bildeten derzeit kaum aus, weil sie die Kosten scheuen. Das will Steffens ändern: “Wenn alle Träger die Umlage zahlen müssten, hätten sie auch wieder ein Eigeninteresse daran, selbst auszubilden.” 2009 seien von den rund 8600 geförderten Schulplätzen viele gar nicht besetzt worden, weil die dazu gehörenden Praxisplätze gefehlt hätten. Read more…
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Kölner Stadt-Anzeiger: Krankenhausinfekte kosten 2,5 Milliarden
Köln (ots) – Krankenhausinfektionen belasten das deutsche Gesundheitswesen mit Kosten von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Durchschnittlich werde für die Behandlung einer Krankenhausinfektion 5000 Euro ausgegeben, sagte der Direktor des Instituts für Patientensicherheit der Friedrich-Wilhelm Universität Bonn, Matthias Schrappe, dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstags-Ausgabe).
Nach seriösen Schätzungen infizierten sich jährlich 500 000 Patienten in deutschen Kliniken, sagte Schrappe weiter. Im internationalen Vergleich seien die Hygienestandards in vielen deutschen Häusern besorgniserregend. “Ich schätze, dass höchstens 30 Prozent der 2100 deutschen Krankenhäuser das Hygieneproblem angemessen ernst nehmen”, so Schrappe, der auch dem Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen angehört. In vielen Kliniken werde Hygiene nicht als zentraler Bestandteil der ärztlichen und pflegerischen Berufsausübung begriffen. “Ich hatte schon mit Chefärzten zu tun, die ganz offen zu verstehen gaben, dass sie die Desinfektion der Hände für überflüssig halten. Die Botschaft an Assistenzärzte und Pflegpersonal lautet: Was ihr in der Ausbildung über Hygiene gelernt habt, müsst ihr nicht so ernst nehmen”, klagte der Wissenschaftler. Zwingend erforderlich sei daher eine verlässliche und überprüfbare Erfassung sämtlicher Krankenhausinfektionen und eine Veröffentlichung der Daten. “Die Patienten haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie hoch die Infektionsraten in den einzelnen Kliniken, in den Fachabteilungen und bei bestimmten Operationen sind.” Read more…
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“Minister Rösler muss Schlecker in die Schranken weisen” Becker: Arzneimittelsicherheit durch Datenleck in Gefahr
Berlin (ots) – Laut BILD könnten 150.000 Kundendatensätze sowie mehr als 7 Millionen E-Mail-Adressen von Schlecker, die wegen einer Datenlücke bis gestern öffentlich im Internet zugänglich waren, in die Hände krimineller Geschäftemacher geraten. Demnach befürchten Datenschützer, dass beispielsweise Anbieter gefälschter und nicht zugelassener Medikamente die Kunden im Namen von Schlecker anschreiben. Die Kunden würden laut BILD dem Absender vertrauen, die Arzneimittel kaufen und ihre Bankdaten herausgeben.
“Bundesgesundheitsminister Rösler ist jetzt am Zug und muss Schlecker in die Schranken weisen. Die Arzneimittelsicherheit ist in Gefahr. Es ist unerträglich, wie schlampig der Konzern erneut mit sensiblen Daten von Kunden und Patienten hantiert. Immerhin betreibt Schlecker hinter der deutschen Grenze eine Versandapotheke, die über die Schlecker-Filialen im Pick-up-Modell mit Kundenaufträgen und mit Daten versorgt wird”, kritisiert Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).
Die Apotheker fordern die Politik auf, die lange geplanten Maßnahmen gegen den massenhaften miserablen Umgang mit Daten und dem Mangel an Verantwortung einen Riegel vorzuschieben. Becker: “Kürzlich haben es die Drogeriemarktketten erneut geschafft, das über Parteigrenzen hinweg seit Jahren geforderte Pick-up-Verbot von Arzneimitteln auszuhebeln. Jetzt zeigt sich einmal mehr und dafür hunderttausendfach, dass es bei dieser berechtigten Verbotsforderung nicht um die Interessen von Apothekern geht, sondern um die Arzneimittelsicherheit von Patienten und die persönliche Verantwortung gegenüber Versicherten.” Read more…
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BERLINER MORGENPOST: Was im Leben zählt – jenseits der Politik – Leitartikel

Bild: AOK-Mediendienst
Berlin (ots) – Eine Meldung aus der Spitzenpolitik, die berührt: SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nimmt “eine Auszeit”, um seiner schwer erkrankten Frau beizustehen.
Nein, beizustehen ist zu schwach – es ist nicht weniger als der Versuch, ihr Leben zu retten. Steinmeier spendet seiner Frau eine Niere, die sie nach langjähriger Nierenschwäche dringend braucht. Auf ein anonymes Spenderorgan zu warten, würde zu lange dauern. Nur wer einen “Lebendspender” findet, wird sofort operiert. Wenn dieser höchst private Fall – der auch privat bleiben soll – etwas lehrt, dann dies: Geht es hart auf hart, ist es deine Familie, die dich hält, ja rettet – dein Mann, deine Frau.
Nicht deine Facebook-Freunde, nicht dein Urlaubsflirt, auch nicht deine Kollegen. Diese Bedingungslosigkeit passt zu den Steinmeiers. In der letzten, heißen Phase des Bundestagswahlkampfs 2009 gaben die beiden gemeinsame Interviews und machten als Paar eine gute Figur. Sie, die Verwaltungsrichterin, äußerte sich klar – auch über ihren Mann, sie wirkte realistisch und lockerte ihn auf. Dass die Steinmeiers eine glückliche, eine lebendige Ehe führen, nahm man ihnen ab.
Sein kurzfristiger Rückzug aus der Politik, um ihr beizustehen, passt dazu. Im Oktober, sagt Steinmeier, werde er von seiner “Auszeit” auf den Posten als Fraktionschef zurückkehren. Keine Frage – dies ist eine neue Generation von Politikern. So etwas hat es früher nicht gegeben: politische Auszeiten aus rein privaten Gründen. Ein Zeichen setzte Franz Müntefering, der 2007 als Vizekanzler und Bundesarbeitsminister zurücktrat, um das Sterben seiner Frau Ankepetra zu begleiten. Er und nun Steinmeier – diese Spitzenpolitiker machen deutlich: Wir haben ein Leben außerhalb der Gremien, Ministerien, Parlamente, und dieses Leben ist uns genauso wichtig. Lässt die Wirkung der Droge Politik nach? Vizekanzler, Fraktionsvorsitzender, das sind nicht irgendwelche Jobs. Das sind die Achttausender der Politik, wie Joschka Fischer einmal formulierte, das ist dort, wo jeder Machtmensch hin will. Einmal dort oben angelangt, liegt der Höhenrausch nie fern: Ohne mich läuft hier gar nichts.
Das Land braucht mich, ich kann jetzt nicht gehen. Egal, wie hoch der Preis ist. So war es früher. Doch das scheint sich zu ändern. Die “Es geht auch ohne Politik”-Stimmung wird stärker, das haben auch die jüngsten Rücktritte gezeigt. “Politiker kommen und gehen”, hat Roland Koch zu seinem Rückzug als hessischer Ministerpräsident gesagt. Und Ole von Beust behauptet, irgendwann habe sich ein Berufspolitiker eben verbraucht. Dann sei es Zeit zu gehen. Viele junge Politiker treten heute gleich mit der Haltung an: Wir machen das hier nur für ein paar Jahre. Danach kommt etwas anderes. Für Frank-Walter Steinmeier kommt danach hoffentlich wieder die Politik. Read more…
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Rheinische Post: Drogenbeauftragte fordert bundesweit einheitlichen Nichtraucher-Schutz

Quelle: AOK-Mediendienst
Düsseldorf (ots) – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), hat sich für einen bundesweit einheitlichen Nichtraucher-Schutz ausgesprochen. “Natürlich sind die Bürgerinnen und Bürger in der Lage, sich auf unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern einzustellen. Aber für den Gesundheitsschutz, der für mich an erster Stelle steht, wären klar bundesweit einheitlich geltende Regelungen der effektivere Weg”, sagte Dyckmans der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Donnerstagausgabe). Dyckmans betonte, es sollten alle Möglichkeiten für einen einheitlichen Nichtraucher-Schutzes ausgelotet werden. Read more…
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Johannisbeeren mit Pestizid-Cocktails

Bild: AOK-Mediendienst
Greenpeace entdeckt illegale Pestizide in deutschen Strauchbeeren
Hamburg (ots) – In Deutschland angebaute Johannisbeeren sind nach einem neuen Greenpeace-Test stark mit Pestiziden belastet. Laboranalysen von Beeren-Proben aus vier großen deutschen Handelsketten belegen Cocktails von bis zu neun verschiedenen Pestiziden. Deren Wirkung kann als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Den Verkauf von Johannisbeeren mit Rückständen nicht zugelassener Spritzmittel bei Edeka und Tengelmann hat Greenpeace bei den zuständigen Lebensmittelüberwachungsämtern angezeigt. Bio-Produkte sind im Test rückstandsfrei. Greenpeace stellt seit einigen Jahren den Trend zu Pestizid-Mischungen in Obst und Gemüse fest. So wollen Produzenten die gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Pestizide einhalten. Greenpeace fordert, zum Schutz von Umwelt und Verbrauchern auch Grenzwerte für Mehrfach-Rückstände von Pestiziden festzulegen.
“In jeder untersuchten Johannisbeere stecken im Schnitt sechs Pestizide”, sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. “Beim letzten Beeren-Test 2006 wurden im Vergleich nur drei Pestizide pro Probe festgestellt. Einige der jetzt in Johannisbeeren nachgewiesenen Spritzmittel können nervengiftig oder krebserregend wirken, sowie den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Es ist zudem ein Skandal, dass erneut Pestizide ohne EU-Zulassung aufgetaucht sind.”
Alle dreizehn konventionellen Johannisbeer-Proben stammen aus deutschem Obstanbau, überwiegend aus Baden-Württemberg. Lebensmittelüberwachung und Bauernverband in Baden-Württemberg hatten nach dem Greenpeace-Beerentest 2006 bessere Kontrollen angekündigt. Offenbar ist der Pestizid-Einsatz jedoch gestiegen. Beeren aus deutscher Produktion, die bei Edeka und Tengelmann verkauft wurden, beinhalteten sogar die illegalen Agrargifte Dodin und Difenoconazol. Beide Substanzen besitzen keine Zulassung für den deutschen Johannisbeer-Anbau.
Die gute Nachricht: Himbeeren sind weitgehend rückstandsfrei
Der aktuelle Test kommt aber auch zu einer erfreulichen Nachricht für Verbraucher: Bei Himbeeren zeigt sich ein Trend zu weniger Pestiziden. 29 Prozent der getesteten Himbeeren sind pestizidfrei. Im Schnitt fanden sich zwei verschiedene Pestizide in den Himbeeren, mit Mengen jeweils unter dem gesetzlichen Grenzwert. Zum Vergleich: Die staatliche Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg fand 2009 nur 20 Prozent pestizidfreie Proben und durchschnittlich 4,4 Wirkstoffe pro Himbeere.
Greenpeace-Mitarbeiter hatten Anfang Juli in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Friedrichshafen, Karlsruhe und Weingarten 31 Proben von Johannisbeeren und Himbeeren gekauft. Sie stammen aus dem Angebot von Aldi-Süd, Edeka, Metro/Real und Rewe/Penny. Bei Aldi-Nord und Lidl waren im Einkaufs-Zeitraum keine Strauchbeeren erhältlich. Ein anerkanntes Speziallabor hat die Beeren auf Rückstände von 350 Pestiziden untersucht. Auffällige Befunde wurden in einem Zweitlabor überprüft. Read more…
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Das Schweigen der Kinder – Über 5.000 Schulanfänger schalten auf stumm
Hamburg (ots) – Knapp eine dreiviertel Million Kinder werden am Ende des Sommers in Deutschland eingeschult.
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) unter 1.000 Eltern von schulpflichtigen Kindern sitzen statistisch gesehen in jeder Klasse zwei Kinder mit AD(H)S, dem so genannten Zappel-Philipp-Syndrom. Die betroffenen Kinder fallen auf, weil sie hyperaktiv sind und Probleme haben, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren. Eher unauffällig, und daher bisher auch kaum bekannt, ist dagegen der selektive Mutismus, eine psychische Störung, bei der die Kinder konsequent schweigen. Experten schätzen, dass mindestens sieben von 1.000 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter an der Sprechhemmung leiden, da Mutismus aber oftmals mit Schüchternheit verwechselt wird, ist die Dunkelziffer vermutlich noch wesentlich höher.
“Schüchterne Kinder sind in ungewohnten Situationen ebenfalls oft gehemmt, im Gegensatz zu mutistischen Kindern entscheiden sie sich aber bewusst für die Zurückhaltung, während Kinder mit selektivem Mutismus unbewusst auf stumm schalten. Zuhause reden mutistische Kinder dagegen oftmals extrem viel, als hätten sie Nachholbedarf. Deshalb fallen Eltern oft aus allen Wolken, wenn sie von Lehrern oder Erziehern hören, dass das Kind selbst auf direkte Ansprache nicht reagiert”, erklärt Heiko Schulz, Psychologe bei der TK.
So ging es auch Ute G. aus Hamburg. Ihre Tochter Anna-Lena (Name geändert) spricht Zuhause ganz normal. “Wir merkten jedoch, dass sie außerhalb ihrer vertrauten Umgebung nur selten und nur mit wenigen Menschen kommuniziert. Auch von der Kindergärtnerin erfuhren wir, dass sie auf Fragen nicht reagiert, nicht einmal Blickkontakt aufnimmt. Bis zur Diagnose war es jedoch ein weiter Weg”, erklärt die 45-jährige Mutter. Die Umwelt reagierte oft verständnislos. “Entweder hielt man unsere Tochter für zickig, weil sie nicht antwortete oder man sagte uns, dass wir uns doch freuen könnten, dass wir so ein ruhiges Kind haben”, berichtet Ute G. Daher war die Familie fast erleichtert, als die Diagnose “Selektiver Mutismus” feststand. “So wissen wir endlich, woran wir sind und können dafür sorgen, dass unserer Tochter geholfen wird.” Inzwischen ist die fünfjährige Anna-Lena in sprachheiltherapeutischer Behandlung. Aber auch die Eltern unterstützen ihre Tochter, in dem sie sie in schwierigen Situationen fördern und bestärken. “Für andere Kinder im Vorschulalter ist es selbstverständlich, sich allein ein Eis zu kaufen und zu antworten, wenn andere Menschen sie nach ihrem Namen fragen. Unsere Tochter tut sich damit sehr schwer. Deshalb trainieren wir täglich diese Situationen. Wir Eltern müssen uns da oft sehr zurückhalten. Das heißt wir antworten nicht für das Kind und – auch wenn es schwerfällt – wenn sie nicht sagen kann, dass sie ein Eis möchte, dann gibt es auch mal keins “, erklärt Ute G.
Wichtig sei zudem, das Umfeld der Kinder zu informieren. “Gerade in Schulen, in denen viel Frontalunterricht stattfindet, müssen die Lehrer über die Erkrankung Bescheid wissen”, so TK-Psychologe Schulz. “Denn je verständnis- und vertrauensvoller das Umfeld damit umgeht, desto leichter fällt es den betroffenen Kindern, die Situationen zu meistern. Bis es soweit ist können schriftliche Aufgaben oder Aufnahmen von Leseübungen Zuhause helfen.”
Die kleine Anna-Lena macht mittlerweile gute Fortschritte und Familie G. ist optimistisch, dass der “Schweigegeist” bis zum Schulstart vertrieben ist.
Weitere Informationen zum Thema gibt es unter anderem unter www.selektiver-mutismus.de . Read more…
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Rheinische Post: Gesundheitsministerin will Kontrollen von Pflegeheimen verschärfen

Bild: AOK-Mediendienst
Düsseldorf (ots) – NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) will gegen Lücken bei der Kontrolle von Pflegeheimen vorgehen.
Das sagte Steffens der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Freitagsausgabe). Nach zwei lebensgefährlichen Pannen in Mönchengladbacher Pflegeheimen sei in dieser Woche deutlich geworden, “dass das bisherige System aus Kontrolle und Bewertung von Pflegeheimen offenbar unzureichend ist”. Sie lasse nun prüfen, “ob die Gründung einer landesweiten Task Force zur Sicherung der Pflege und zur Vermeidung von schwarzen Schafen unter den Pflegeheimen führen kann”. Read more…
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Hausarztverträge auf den Prüfstand stellen
vzbv fordert: Monopol des Hausärzteverbandes brechen
(ddp direct) In der aktuellen Diskussion um die Vergütung der Hausärzte fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Vertragsfreiheit für Krankenkassen. Bundesgesundheitsminister Rösler hatte sich in der letzten Woche für mehr Wettbewerb in der hausärztlichen Vergütung ausgesprochen. “Der gesetzliche Zwang, dass Krankenkassen Hausarztverträge abschließen und darüber mit dem Hausärzteverband verhandeln müssen, muss aufgehoben werden”, erklärt vzbv-Vorstand Gerd Billen. Nach Berechnungen einiger Krankenkassen liegen die durch die Hausarztverträge entstandenen Zusatzkosten bei bis zu 1,5 Milliarde Euro.
“Wenn von Versicherten höhere Beiträge verlangt werden, muss sichergestellt sein, dass diese Mittel in die Verbesserung der Versorgung fließen”, sagt Billen. “Derzeit gibt es keine Belege dafür, dass die Hausarztverträge dieses Ziel auch wirklich erreichen.”
Wo ist die Gegenleistung für 25 Prozent mehr Honorar?
Mit der Gesundheitsreform des Jahres 2007 wurden die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung abzuschließen. Auf damaligen Druck der Bayrischen Staatsregierung haben sie dafür Verhandlungen mit Ärztegemeinschaften geführt, die mehr als die Hälfte der Hausärzte in der Region vertreten. Damit bekamen erstmals private Organisationen das Recht, Kassen mittels Schiedsverfahren zu einem Vertragsabschluss zu zwingen. “Durch diese Regelung ist der Hausärzteverband faktisch zum Vertragsmonopolisten geworden. Mit echtem Wettbewerb um bessere Versorgung hat das nichts zu tun”, kritisierte Billen. “Solche einseitigen Monopole führen in der Regel zu höheren Kosten für die Verbraucher, aber nicht zu besseren Leistungen.” Die Durchschnittshonorare der Hausärzte liegen in den Verträgen bis zu 25 Prozent über dem Niveau der sonst üblichen Vergütungen in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Bundesregierung muss sich gegen Widerstände durchsetzen
Der vzbv äußerte Verständnis für die Krankenkassen, die sich bisher geweigert haben, entsprechende Verträge abzuschließen. Die Mehrzahl dieser Fälle wird in derzeit bundesweit circa 1.600 Schiedsverfahren verhandelt. Der vzbv kritisiert ferner, dass eine Patientenbeteiligung, wie sie seit 2004 für den Kollektivvertrag im Gemeinsamen Bundesausschuss erstritten wurde, und eine durchgängige und transparente Qualitätskontrolle in den Hausarztverträgen nicht vorgesehen ist. “Die Bundesregierung muss sich notfalls auch gegen den Widerstand von Ärztefunktionären und der bayrischen Staatsregierung für die Rechte der gesetzlich Versicherten stark machen”, erklärte Billen. Dazu sei eine rasche Novelle der entsprechenden Regelung (§ 73b SGB V) erforderlich.
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Lausitzer Rundschau: Wo Fehlanreize blühen Diskussion über Praxisgebühr

Bild: AOK-Mediendienst
Cottbus (ots) – Die Einführung der Praxisgebühr war der größte gesundheitspolitische Aufreger in der rot-grünen Regierungsära.
Das ist nun schon sechs Jahre her, und die Patienten zahlen den quartalsmäßigen Eintritt beim Arzt inzwischen ohne spürbares Murren. So ist auch fast in Vergessenheit geraten, welchen Sinn die Praxisgebühr neben der kurzfristigen Geldbeschaffung erfüllen sollte. Experten erhofften sich einen Rückgang der Arztbesuche. Doch das war ein Trugschluss. Mit durchschnittlich 18Arztbesuchen pro Jahr stehen die Deutschen weiter international an der Spitze. Dabei sind die Engländer oder Skandinavier auch nicht kränker, obwohl sie sich viel seltener beim Doktor blicken lassen.
So gesehen spricht einiges dafür, die Praxisgebühr zu erhöhen oder bei jedem Arztbesuch zu erheben, wie es der Mittelstandsflügel der Union fordert. Doch damit würde es sich die Politik ziemlich einfach machen. Das Gesundheitssystem besteht nicht nur aus den Versicherten, die durch die geplanten Beitragsanhebungen schon genug bluten müssen. Andere Akteure leben prächtig von der deutschen Mentalität, sich Gesundheit etwas kosten zu lassen. Das fängt mit den Krankenkassen an, die an möglichst vielen ärztlichen Diagnosen interessiert sein müssen, weil sie nur so vom krankheitsbezogenen Finanzausgleich des Gesundheitsfonds profitieren. Und das hört bei den Ärzten nicht auf, deren Vergütung ebenfalls mit der Menge der dokumentierten Krankheiten steigt.
So lange solche Fehlanreize im System gedeihen können, sollte die Praxisgebühr tabu bleiben. Read more…
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